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Schließlich noch etwas Psychologie
über »Gichtfinger«, »Rumpelstilzchen« und dergleichen
»Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn...«
Es gibt nun mal – auch unter den Funkamateuren –
Zeitgenossen, die einen Riesenspaß daran haben, andere zu
ärgern, zu attackieren und vielleicht sogar zu traktieren.
Und das um so lieber, wenn die Opfer erkennen lassen, dass
sie sich ärgern.
Es geht dabei um scheinbar sinnlose Auftastungen von Relais,
um das Trägern schwächerer Stationen, um Musikübertragungen,
unflätige Äußerungen mit verstellter Stimme, Rülpsen, usw.
Um begreifen zu können, was da abläuft, muss man sich einmal
folgendes vergegenwärtigen:
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Grundsätzlich geschieht das geschilderte Treiben aus der
Bewusstheit des Störers heraus, dass er anonym
ist und nicht erkannt wird.
»Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich
Rumpelstilzchen heiß’!«
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Aus
dieser geschützten Position heraus wird dann erst mal
die Reaktionsweise eines oft willkürlich ausgewählten
Opfers getestet – zum Beispiel durch Trägern seiner
Aussendung oder ständiges Aussenden des Ruftones, etc.
-
Reagiert der Gestörte nicht, so wird ein zweiter Versuch
gestartet. Ganz hartnäckige »Gichtfinger« unternehmen
noch weitere Anstrengungen, aber sie geben schließlich
doch auf, wenn keine Resonanz erfolgt.
Denn: Niemand geht in den Wald und spricht mit den
Bäumen, denn man weiß, dass sie nicht antworten. Unser
Störer wird sich darum ein anderes Relais suchen.
Was freilich das eigentliche Problem nicht löst, aber
das ist nicht lösbar!
Irgendwann wird er irgendwo Erfolg haben, und das weiß
er aus gemachter Erfahrung sehr gut.
Aber es muss ja nicht das Relais am eigenen Standort
sein!
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Und
wenn dann endlich die erwartete Reaktion kommt, ein auf
unschöne Weise Attackierter sich gegen die
Unverschämtheiten des Anonymus wehrt, ach wie ist das
schön!
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Bingo! Endlich kommen Knochen in die Mühle! Man hört es
richtig krachen.
Genau darauf hat »Rumpelstilzchen« doch nur gewartet.
Nun beginnt der gemütliche Teil. Während bei den Anderen
der Blutdruck gefährlich hohe Werte erreicht, lehnt er
sich entspannt zurück.
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Die
ganzen auf ihn gemünzten Schimpfkanonaden gehen ihm »wie
Butter runter« und ihn beschleicht die Ahnung, dass jene
Unglücklichen, die ihm nun auf den Leim gingen, kaum
mehr ein ruhiges QSO über diese Frequenz tätigen werden.
Das bisher Gesagte ist freilich auch auf die Relaisbetreiber
übertragbar. Sie sind ja gehalten, darauf zu achten, dass
die »ganze Gaudi« vorschriftsmäßig bleibt. Deshalb hat der
für das Relais Verantwortliche in der Regel auch die
Möglichkeit, den Relaissender jederzeit abzuschalten.
Macht er davon aber in der Weise Gebrauch, dass der
Störenfried merkt, dass das Relais aufgrund seiner
Aktivitäten abgeschaltet wird, hat er sein Erfolgserlebnis!
Er wird deshalb nicht müde werden, dieses Abschalten immer
und immer wieder zu provozieren und auf diese Weise den
Relaisbetreiber über das von ihm hingehaltene Stöckchen
springen zu lassen.
Und schon bald wird das Relais mehr außer als in Betrieb
sein.
Daher:
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Störer total zu ignorieren ist die einzig vernünftige
Reaktionsweise.
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Auch
wenn man sich noch so sehr ärgert, sollte man sich
wenigstens jeglichem über das Relais gesprochenen
Kommentars enthalten.
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Nur
so ist jenes unselige Erfolgserlebnis zu verhindern, das
der Störer
nur dann bekommt, wenn man auf ihn
reagiert oder gar eingeht.
Nun gibt es ja auch immer wieder Leute, die meinen: »Da muss
man doch peilen!« Freilich! Denen sei ausdrücklich
empfohlen, dies nicht nur zu fordern, sondern selber zu tun!
Es gibt heute Peilgeräte (z. B. Dopplerpeiler), mit denen
schon bei extrem kurzen Aussendungen (Trägerdauer zur
Relaisauftastung) eindeutige Richtungserkennung möglich ist.
Oder der so genannte »Fingerabdruck« aufgrund
charakteristischer Merkmale bei Ein- und Ausschalten des
Senders.
»Man« muss halt große Geduld haben – und sehr viel Zeit!
Völlig unsinnig sind Drohungen, wie beispielsweise »Dich
werden wir ganz schnell gepeilt haben!« Es sei denn, man
hofft darauf, dass sich der Störer über solche leeren
Drohungen tot lacht. Immer daran denken, dass
»Rumpelstilzchen« und »Gichtfinger« meistens selber
Funkamateure sind und ganz genau wissen, wie der Hase läuft.
Und wo!
Und die wichtigste Erkenntnis für die meisten Störer ist,
wie schon erwähnt, dass sie sich sich dessen (fast) sicher
sein können: Man weiß nicht, wer sie sind.
Und selbst wenn man es wüsste... Würden Sie es sich
tatsächlich antun, gegen so jemanden juristisch vorzugehen?
Ja?! Aha, Sie schleppen also jeden Besoffenen, der Sie auf
der Straße anpöbelt, vor den Kadi?! Na, dann viel Erfolg!
Hier wie dort gar nichts zu tun und solche Störenfriede
einfach gewähren und damit ins Leere laufen zu lassen, dies
ist das vernünftigste, was wir tun können.
Zugegeben mitunter nicht so leicht zu ertragen und zu
»verdauen« – aber keinesfalls eine Situation, die einen
umher treiben sollte oder müsste.
Und immer daran denken, dass jedes Funkgerät über ein für
solche Fälle sehr gut brauchbares Bedienelement verfügt: Man
nennt es
Ausschalter. |